Sie führen ein Softwarehaus, eine IT-Beratung oder eine Marketingagentur? Ihre Kunden sind anspruchsvoll, Ihre Projekte hochindividuell und Ihre internen Abläufe alles andere als 0-8-15? Trotzdem empfehlen Ihnen ERP-Anbieter immer wieder dieselben Standardlösungen? Und jedes Mal stellen Sie fest: Es passt irgendwie, aber eben auch irgendwie nicht.
Wir erklären, warum das so ist, wo die echten Schmerzpunkte liegen und welcher Ansatz Abhilfe schafft.
Die meisten ERP-Systeme auf dem Markt wurden für Unternehmen entwickelt, die Waren produzieren oder damit handeln. Lager, Stücklisten, Lieferscheine – das beherrschen sie gut. Doch was, wenn Ihr 'Produkt' eigentlich eine Dienstleistung ist? Was, wenn Sie nicht Paletten zählen, sondern Stunden buchen, Reisekosten auf Projekte verteilen und am Monatsende je nach Kundenvereinbarung ganz unterschiedliche Rechnungen erstellen müssen?
Genau das ist die Realität für Unternehmensberatungen, IT-Systemhäuser, Softwarehäuser, Entwicklungsagenturen und Werbeagenturen.
Ihr Tagesgeschäft ist geprägt von:
Kein Standardsystem der Welt deckt all das von Haus aus ab. Oder es versucht es und wird dabei so komplex, dass der Aufwand für Konfiguration, Schulung und Wartung explodiert.
Viele Projektdienstleister kennen das Problem aus eigener, schmerzhafter Erfahrung. Man startet mit einer Buchhaltungssoftware. Dann kommt ein Tool für die Zeiterfassung hinzu. Dann eines für das Projektmanagement. Und irgendwann hängt noch ein CRM dran und ein separates Reporting-Tool.
Das Ergebnis: Daten existieren mehrfach, Schnittstellen sind fragil und manuelle Nacharbeit ist an der Tagesordnung. Die Rechnungsstellung wird zur Recherche-Aufgabe: Wer hat wie viele Stunden gebucht? Welche Reisekosten gehören auf welches Projekt? Welches Zahlungsmodell hatte dieser Kunde noch mal?
Das kostet nicht nur Zeit – es kostet Nerven, erhöht die Fehleranfälligkeit und verhindert echte Transparenz im Unternehmen. Projektcontrolling in Echtzeit? Fehlanzeige.
Beim Blick auf den Markt könnte man meinen: Es gibt doch Hunderte von ERP-Systemen, da wird schon eins passen. Doch der Schein trügt. Die Probleme beginnen meist schon in der Evaluierungsphase:
Standardsysteme bilden die 80 % der gängigsten Prozesse ab. Aber im Projektgeschäft steckt der Teufel genau in den restlichen 20 % – den Sonderfällen, Sondervereinbarungen und kundenindividuellen Prozessen. Hier kapitulieren die meisten Systeme.
Das ist vielleicht das größte Paradoxon: Ein ERP-System soll Ihre Prozesse abbilden. In der Praxis landen Sie aber schnell dabei, Ihre Prozesse an das System anzupassen, weil es keine andere Möglichkeit gibt. Das führt zu Workarounds, Frustration und mittelfristig zu einer Software, die niemand wirklich nutzen will.
Wenn Individualisierungen möglich sind, sind sie in der Regel teuer – und dauern. Ein neues Zahlungsmodell für einen Kunden einzurichten kann Monate in Anspruch nehmen und Entwicklerstunden kosten, die eigentlich für das eigene Kerngeschäft gebraucht werden.
Viele Systeme bringen hunderte von Modulen und Funktionen mit, die für Projektdienstleister schlicht irrelevant sind: Lagerverwaltung, Produktionsplanung, Stücklisten. Die Oberfläche wird unübersichtlich, die Einarbeitung dauert unnötig lange. Und gleichzeitig fehlen genau die Funktionen, die man wirklich braucht.
Was wäre, wenn ein ERP-System nicht von vornherein festlegen würde, wie Ihre Prozesse auszusehen haben, sondern sich genau daran orientiert, wie Sie tatsächlich arbeiten? Genau das ist die Grundidee hinter Low-Code-basierten ERP-Systemen.
Low-Code bedeutet: Prozesse, Masken und Workflows werden nicht programmiert, sondern über grafische Bausteine konfiguriert. Das klingt technisch, hat aber sehr praktische Auswirkungen für Dienstleister:
Klingt zu gut, um wahr zu sein? Das ist kein Zukunftsszenario, sondern heute schon Realität. Unternehmen wie die planemos GmbH aus Erlangen – ein Spezialist für Automatisierungssoftware in der Lebensmittelindustrie – haben diesen Schritt bereits gemacht. Das Unternehmen hatte zuvor eine klassische Insellösungslandschaft aus Buchhaltungssoftware, Zeiterfassung und weiteren Tools. Nach der Einführung einer flexiblen ERP-Lösung auf Low-Code-Basis konnte planemos nahezu alle Abrechnungs- und Projektprozesse automatisieren – inklusive der vielen Sondervereinbarungen mit unterschiedlichen Kunden. Das Ergebnis: rund 20 Prozent Zeitersparnis allein durch Prozessautomatisierung.
Ein ERP-System, das wirklich zu Ihrem Projektgeschäft passt, sollte in der Lage sein:
Das klingt nach einer Menge. Ist es auch. Aber es ist nicht utopisch, wenn man das richtige System wählt.
Wenn Sie gerade dabei sind, ein ERP-System zu evaluieren, lohnt sich ein kritischer Blick auf folgende Punkte:
Das passende ERP-System für Projektdienstleister ist kein Wunschtraum. Es erfordert aber, dass Sie bei der Auswahl konsequent Ihre eigenen Prozesse in den Mittelpunkt stellen und nicht das akzeptieren, was der Markt Ihnen als Standard verkaufen möchte.
Die gute Nachricht: Mit Low-Code-basierten ERP-Systemen gibt es heute Ansätze, die genau das möglich machen. Systeme, die sich wirklich anpassen und nicht umgekehrt.
Wenn Sie das nächste Mal mit einem ERP-Anbieter sprechen, stellen Sie ihm die wichtigste aller Fragen: Passt Ihre Software zu meinen Prozessen oder passe ich mich Ihrer Software an? Die Antwort sagt Ihnen alles, was Sie wissen müssen.
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